Werfen lenkt den Blick in zwei Richtungen. Burg Hohenwerfen steht über dem Salzachtal und erzählt von mittelalterlicher Herrschaft; die Eisriesenwelt zieht Besucher hinauf ins Tennengebirge. Dazwischen liegt ein Marktort, dessen eigene Geschichte genauer und spannender ist als eine ungesicherte Gründungszahl.

Burgname und Marktort auseinanderhalten

Eine örtliche Geschichtspublikation nennt für 1077 den Namen Castrum Weruen: Gemeint ist die Burg. Laut Burgbetreiber begann damals unter Erzbischof Gebhard der Bau, während des Investiturstreits. Daraus lässt sich keine Ortsgründung im Jahr 1077 ableiten. Die lokale Darstellung vermutet die Entstehung einer Marktsiedlung um 1190; das bleibt eine Annahme. Sicherer greifbar ist ein Privileg von 1242: Es bezeichnet Werfen als oppidum und gestattet dem Kloster Raitenhaslach eine Niederlassung. Marktprivilegien sind für 1425 bezeugt. Eine römische Gründung ist damit nicht belegt.

Die Burg war nicht immer nur ein herrschaftlicher Aussichtspunkt. Nach der Darstellung zur Ausstellung 2026 nahmen Aufständische im Salzburger Bauernkrieg 1525/26 Hohenwerfen zeitweise ein. Heute erschließen Führungen und Greifvogelvorführungen die Anlage für Besucher. Unten im alten Markt rücken die historischen Bürgerhäuser diese große Burg wieder in den Zusammenhang eines bewohnten Ortes.

Höhlenforschung und Gegenwart

Die Eisriesenwelt datiert ihre offizielle Entdeckung auf den Vorstoß Anton von Posselt-Czorichs 1879. Nach dem Ersten Weltkrieg folgten weitere Erkundungen; 1920 entstanden einfache Steiganlagen für Gäste. Das sind Daten der Erforschung und Erschließung, nicht der Entstehung der Höhle. Selbst im Sommer herrschen dort meist Minusgrade, und der Rundgang verlangt einen deutlichen Aufstieg. Warme Kleidung und feste Schuhe sind sinnvoll.

Statistik Austria verzeichnet für die Gemeinde am 31. Oktober 2025 3.081 Einwohner; die Gemeinde reicht über den Ortskern am Burgfuß hinaus. Besucherdienstleistungen, Gastronomie und Verkehr gehören zum lokalen Erwerbsleben; der örtliche Tourismusverband stellt daneben Handwerksbetriebe vor. Werfen besteht also nicht allein aus seinen beiden bekannten Ausflugszielen.

Aus Salzburg und Bischofshofen ist der Bahnhof Werfen laut ÖBB-Fahrplan der Strecke 200 erreichbar. Zur Höhle fährt laut Betreiber ein kostenpflichtiger Zubringer zu ausgewählten Zeiten ab Bahnhof, sonst ab dem wenige Gehminuten entfernten Busplatz Gries. Die Höhle ist saisonal geöffnet. Bahn-, Bus- und Öffnungszeiten von Burg und Höhle vor der Fahrt prüfen und für den Aufstieg Zeit einplanen.