Bevor St. Gilgen Sommerfrische wurde, war das Ufer ein Übergang. Boote setzten Pilger nach St. Wolfgang über und brachten Eisen über den See; später kamen Feriengäste hinzu. Die Verbindung zur Familie Mozart ist belegt, doch die alte Arbeit am Wasser erzählt mehr vom Ort als eine einzige berühmte Familie.
Vom Abersee zum Ausflugsort
Die Gemeindechronik nennt 790 als erste schriftliche Erwähnung des damals Abersee genannten Sees. Damit ist weder die Gründung des heutigen Dorfes in diesem Jahr noch gar eine römische Ortsgründung belegt. Die kleine Siedlung Oberdrum erhielt ihren Namen St. Gilgen von der um 1300 errichteten Ägidiuskirche. Seit etwa 1326 schützte die Veste Hüttenstein die Salzburger Grenze; das Pflegegericht zog später in den Ort. Über den See wurden Wallfahrer nach St. Wolfgang und mehr als drei Jahrhunderte lang Eisen von Strobl nach St. Gilgen gebracht. 1873 begann die Dampfschifffahrt. Ab den 1880er Jahren entstanden Villen für Sommergäste; die 1893 fertiggestellte Salzkammergut-Lokalbahn verstärkte den Wandel zum Tourismusort.
In die Gerichtsgeschichte fällt die Mozart-Verbindung. Laut Gemeinde wurde Anna Maria Walburga Pertl, Mozarts Mutter, am 25. Dezember 1720 im neuen Gerichtsgebäude geboren. Ihre Tochter Maria Anna, „Nannerl“, heiratete später einen Amtsnachfolger ihres Großvaters. Das Netzwerk Mozart Wege stellt die Geschichte des Mozarthauses vor. Es handelt sich um Familiengeschichte, nicht um einen Geburts- oder Wohnort des Komponisten. Vom Ufer gelangt man zurück zum ehemaligen Gerichtsgebäude und zur Kirche: So werden die Beziehungen zwischen Verwaltung, Familie und See auf kurzem Weg sichtbar.
Bewohner und Wege
Statistik Austria zählt zum 1. Jänner 2026 4.066 Menschen in der Gemeinde, also nicht nur in der Siedlung direkt am See. Im Gemeindeatlas stehen 486 Arbeitsstätten und 1.864 Beschäftigte zum Stichtag Ende Oktober 2024. Die unterschiedlich datierten Angaben zeigen einen Wohn- und Arbeitsort neben dem Besucherverkehr; sie sind keine reine Tourismusstatistik.
Aus Salzburg und Bad Ischl fährt der Regionalbus 150 nach St. Gilgen, aus Mondsee die Linie 156. Die WolfgangseeSchifffahrt verbindet den Ort je nach Saison mit St. Wolfgang und Strobl. Aktuelle Busfahrpläne und Abfahrten der Schiffe sollte man vor dem Besuch prüfen, besonders außerhalb der Sommersaison.