Auf der Hochfläche über dem Neckartal liegen die beiden Ortsteile Bösingen und Herrenzimmern: eine kleine Landgemeinde mit weiten Feldblicken, eingeschnittenen Bachtälern und einer schriftlich belegten Geschichte von mehr als tausend Jahren. Am 30. Juni 2025 zählte die Gemeinde 3.396 Einwohnerinnen und Einwohner, laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg. Die Zahl umfasst Bösingen und Herrenzimmern zusammen, nicht allein den Hauptort. Das 22,45 Quadratkilometer große Gemeindegebiet liegt auf den Oberndorfer Gäuplatten, westlich des Neckars und rund sieben Kilometer nördlich von Rottweil.
Eine Landschaft zwischen Hochfläche und Tal
Wer Bösingen besucht, begegnet zuerst dem offenen, landwirtschaftlich geprägten Hochland. Richtung Neckar werden die Höhenunterschiede deutlicher: Waldhänge und Kerbtäler schneiden sich in das Gelände. LEO-BW verortet den tiefsten Punkt bei etwa 530 Metern im Schlossbrunnental und den höchsten bei rund 720 Metern am Herrenbühl. Wasser versickert in löslichem Kalk- und Gipsgestein und tritt an Quellen wieder aus; Bendel und Schlossbach entwässern nach Osten zum Neckar. Ein Spaziergang rund um Herrenzimmern macht diesen Wechsel zwischen ebener Feldflur und bewaldetem Tal besonders anschaulich.
Frühe Urkunden und eine spätere Ursprungssage
Als „Bosinga“ erscheint Bösingen im Jahr 994. Damals bestätigte Otto III. eine Schenkung an das Kloster Petershausen: ein Gut bei Epfendorf samt zugehörigem Besitz, zu dem auch Bösingen zählte. Herrenzimmern wird ebenfalls mit einer Urkunde von 994 und der Namensform „Ancencimbra“ verbunden. Das sind frühe mittelalterliche Belege, kein Nachweis für eine römische oder vorgeschichtliche Gründung. Eine spätere Erzählung der Zimmerischen Chronik leitete die Herren von Zimmern von den Kimbern ab, die 101 v. Chr. bei Vercellae besiegt worden waren. Der Geschichts- und Kulturverein Herrenzimmern bezeichnet diese Genealogie selbst als wissenschaftlich unbelegt und eher unwahrscheinlich. Sie gehört zur überlieferten Adelslegende, nicht zur gesicherten Ortsgeschichte.
Die Burg Herrenzimmern ist ein greifbarer Teil der Geschichte, auch wenn ihre Anfänge offenbleiben. Eine angebliche Erwähnung im Jahr 1079 beruht auf der Zimmerischen Chronik und beweist für sich genommen nicht, dass die heutige Ruine damals bereits genau an diesem Platz stand. Der Besitz der Herren von Zimmern ist 1488 belegt. Nach einem Brand 1504 wurde die Burg bis 1513 wieder aufgebaut; 1595 verkaufte die Familie sie an die Reichsstadt Rottweil. Die Gemeinde erwarb die Ruine 1810. Erhalten sind heute Teile der Oberburg und der als Burgkapelle bezeichnete Teil der Unterburg über dem Schlossbachtal.
Besuche, die vom Ort getragen werden
Die Ruine ist der naheliegende Schwerpunkt eines Ausflugs nach Herrenzimmern. Eigentümerin ist die Gemeinde Bösingen; der Geschichts- und Kulturverein pflegt das Gelände und betreibt das Burgstüble neben der Anlage. Parkmöglichkeiten gibt es an der K5522 sowie am Friedhof Herrenzimmern. Von beiden Stellen führen geschotterte Waldwege zur Burg; der Weg am Friedhof ist teilweise steil. Die Oberburg ist nur über eine Treppe erreichbar. Das Burgstüble bewirtet saisonal an ausgewählten Terminen zwischen Mai und Oktober; die Daten ändern sich jährlich und sollten vorab geprüft werden.
Im Hauptort ergänzt das Bauernmuseum in der ehemaligen Pfarrscheuer den Besuch um eine Perspektive auf bäuerliche Arbeit und Alltag. Der Veranstaltungskalender der Gemeinde nennt die Öffnungstage, statt ein tägliches Dauerangebot zu versprechen. Auch die Vereine gehören sichtbar zum Gemeindeleben: Zwischen Bösingen und Dunningen liegt ein Fluggelände, an dem bei passendem Wetter Segelflugbetrieb stattfindet. Es sind örtlich organisierte Angebote in einer Gemeinde, die kein inszeniertes Ferienresort ist.
Ein aktueller Wandel und die Anreise
Rund um Herrenzimmern kommt eine neue Nutzung der Landschaft hinzu. Ein kommunaler Bericht von Ende September 2026 meldete, dass Kabelverlegung und Fundamente für drei Windenergieanlagen abgeschlossen seien. Der Bau der Türme sollte im November beginnen; die Inbetriebnahme war damals für April oder Mai 2027 vorgesehen. Der Windpark befand sich noch im Bau. Die Gemeinde nennt diese Termine als aktuellen Planungsstand; einzelne Wege können während der Arbeiten betroffen sein.
Rottweil ist der nächste Anknüpfungspunkt für Bahnreisen, Museen und einen Stadtbummel. Vom Bahnhof Rottweil fährt die MOVE-Linie 9020 über Villingendorf nach Herrenzimmern und Bösingen. Fahrten mit dem Hinweis Anrufbus müssen laut Fahrplan mindestens eine Stunde vorher angemeldet werden; außerdem gelten unterschiedliche Verkehrstage. Mit dem Auto verbindet die K5522 die Gemeinde mit Rottweil. Bitte prüfen Sie vor der Fahrt Fahrplan, Reservierung, Museumstermine und Zugänglichkeit der Burg.
Bösingen, its castle and local traditions
Franz Aebischer’s aerial footage looks across Bösingen from above and helps orient the village within its surrounding fields; the description also notes a view toward Laupen. The DJI Phantom 2 film dates from 2014, so treat it as a record of the landscape at that time rather than a current survey. It complements the guide’s explanation of the upland setting.
Elvirahh62’s upload preserves an older Narrentreffen recording from an 8 mm tape, with little editing. It offers an archival glimpse of a local carnival gathering and adds a community-tradition angle to the guide. The video was uploaded in 2011, but the recording’s event date is not firmly established here; it should not be used as a current calendar or schedule.