Bühl liegt dort, wo die Rheinebene in Weinberge und den Nordschwarzwald übergeht. Die Stadt erschöpft sich nicht in einer einzigen Postkartenansicht: Das Gemeindegebiet reicht von Einkaufsstraßen und Bahnhof über Obst- und Weinbauorte bis in bewaldete Höhenlagen. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg zählte am 30. Juni 2024 insgesamt 28.836 Einwohnerinnen und Einwohner in der Gemeinde; die städtische Wirtschaftsseite rundet die Einwohnerzahl für 2025 auf etwa 29.000. Beide Angaben beziehen sich auf Bühl als Ganzes und nicht nur auf die Kernstadt. Die Stadt nennt neun Stadtteile außerhalb des Zentrums; Kappelwindeck gehört seit 1934 zur Kernstadt und hat seinen dörflichen Charakter bewahrt. So kann man an einem Tag zwischen Cafés, einer Burgruine, Weinbergspfaden und einem Waldkamm wechseln. Die datierte Bevölkerungstabelle des Landes, die aktuellen Zahlen der Stadt und die Übersicht der Stadtteile zeigen den jeweiligen Geltungsbereich.

Die gesicherte schriftliche Geschichte beginnt 1283, als eine Urkunde Besitz „in banno Buhel“ erwähnt. Das ist die älteste sichere Namensnennung, aber kein Beleg dafür, dass Menschen erst damals hier lebten: Funde aus Stein- und Bronzezeit zeigen eine deutlich ältere Aktivität in der Region, datieren jedoch nicht die Gründung des heutigen Ortes. 1403 erhielt Bühl Marktrecht, 1835 Stadtrecht und 1973 den Status einer Großen Kreisstadt. Mit Handel und Verkehr wuchs seine Bedeutung als Mittelzentrum; 1846 wurde Bühl an die Eisenbahnlinie zwischen Oos und Offenburg angeschlossen. Die städtische Chronik verzeichnet auch schwere Einschnitte: Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg und erneut 1689. Das Stadtmuseum hilft, diese Entwicklung besser nachzuvollziehen als ein kurzer Bummel durch die moderne Innenstadt. Der städtische Überblick zur Geschichte und die Zeitleiste trennen belegte Daten von der älteren archäologischen Vergangenheit.

Ein besonders lohnender Ausflug führt zur Burg Windeck oberhalb von Kappelwindeck. Die Stadt datiert den Bau der Burg auf etwa 1200; bereits 1561 soll sie als Ruine gegolten haben. Zu sehen sind daher erhaltene Mauern und Türme einer früheren Herrschaftsanlage, keine vollständig erhaltene mittelalterliche Residenz. Der Weg hinauf bietet immer wieder freie Blicke in die Rheinebene und auf bewaldete Hänge. Kappelwindeck hat eine andere Atmosphäre als das Zentrum: Der einstige Ort wurde 1934 Teil Bühls, bewahrte laut Stadt aber seine dörfliche Prägung mit Fachwerkhäusern, Gärten und der Barockkirche St. Maria. Die heutige Kirche entstand 1762 bis 1767. Die Stadt hat saisonal Führungen angeboten; wer das Innere besichtigen möchte, sollte vorher nach aktuellen Terminen fragen. Die städtischen Seiten zu Kappelwindeck, seiner Geschichte und den Wanderwegen zur Burg Windeck helfen bei der Planung eines halben Ausflugstages.

Zurück in der Kernstadt ist das Stadtmuseum ein guter Ausgangspunkt, um den Wandel vom Marktflecken zum modernen Mittelzentrum zu verstehen. Es befindet sich in der Schwanenstraße; laut Stadt ist der Eintritt frei, Führungen und Sonderöffnungszeiten können telefonisch vereinbart werden. In der Nähe wurde die alte Pfarrkirche St. Peter und Paul zwischen 1514 und 1524 gebaut und 1880 zum Rathaus umgenutzt, nachdem im 19. Jahrhundert eine neue Pfarrkirche entstanden war. Der Funktionswechsel ist ein kleines Beispiel dafür, wie sich das städtische Zentrum mit dem Wachstum Bühls verändert hat. Der Kulturkalender umfasst Konzerte, Theater, Ausstellungen und Veranstaltungen in Häusern wie dem Bürgerhaus Neuer Markt und der Kleinkunstbühne Schütte-Keller. Museumszugang, Ausstellungen und Karten am besten direkt bei der Stadt prüfen. Die Seite zu Geschichte und Stadtmuseum nennt Besuchshinweise; die Übersicht der Kultureinrichtungen zeigt das übrige Angebot.

Bühls bekanntestes Symbol ist eine Frucht. Die Bühler Frühzwetschge, eine früh reifende regionale Pflaumensorte, wurde um 1840 in Kappelwindeck entdeckt. Ihre Widerstandsfähigkeit und frühe Ernte begünstigten die Verbreitung nach dem strengen Winter 1879/80; nach dem Ersten Weltkrieg trugen Anbau und Vermarktung wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt bei. Die Stadt weist darauf hin, dass der wirtschaftliche Stellenwert des Zwetschgenanbaus heute geringer ist als in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In Kuchen, Konfitüre, Knödeln und Obstbrand sowie im Selbstbild als „Zwetschgenstadt“ bleibt die Frucht aber präsent. Das Zwetschgenfest wurde 1927 erstmals gefeiert und findet gewöhnlich um das zweite Septemberwochenende statt: mit Musik, Vergnügungspark und Festumzug samt Zwetschgenkönigin. Die Stadt nennt für die nächste Ausgabe derzeit den 9. bis 13. September 2027; Jahresprogramme können sich ändern, also Termine vor einer Buchung bestätigen. Die städtische Darstellung der Bühler Frühzwetschge und die aktuelle Seite zum Zwetschgenfest zeigen, wie aus einer Nutzpflanze regionales Kulturerbe wurde.

Auch der Wein verbindet die Kernstadt mit ihren Ortsteilen. Eisental, Affental, Altschweier und Kappelwindeck besitzen eine Geschichte des Weinbaus; Obstwiesen und kleinere landwirtschaftliche Betriebe markieren den Übergang von der Ebene zu den Vorbergen. Ein Riesling-Themenweg in Eisental sowie städtische Rundwege bei Weitenung, Vimbuch, Altschweier und am Schartenberg erschließen diese Kulturlandschaft, ohne dass gleich eine Bergtour nötig ist. Die städtische Ausflugsseite empfiehlt außerdem Burg Windeck, das Friedenskreuz und die Rohrhirschmühle. Die Wege haben unterschiedliche Ansprüche: Eine Runde durch Weinberge kann eine ruhigere Wahl sein, während Höhenwege steiler und stärker dem Wetter ausgesetzt sind. Aktuelle Hinweise und Wetterlage prüfen, statt ältere Broschürendistanzen als Garantie zu verstehen. Der städtische Wander- und Ausflugsführer bündelt Tourentipps und Ziele in der Nähe.

Je weiter man nach oben fährt oder wandert, desto stärker tritt der Schwarzwald hervor. Der Hochkopf auf 1.038 Metern wird von der regionalen Tourismusinformation als höchste Erhebung der Ferienregion Bühl–Bühlertal–Ottersweier beschrieben. Seine offene Grindenlandschaft wird zum Schutz des Lebensraums bewusst baumfrei gehalten; im Spätsommer färbt die Heide den Gipfel, und bei klarer Sicht reicht der Blick über die Rheinebene bis zu den Vogesen und zur Schwäbischen Alb. Das ist eine andere Unternehmung als ein Stadtspaziergang und verlangt Planung nach Wetter, Schuhwerk und Verkehrsmittel. Das benachbarte Bühlertal bietet den Gertelbach-Wasserfall und markierte Wanderwege; die Region ist außerdem ein Zugang zum Nationalpark Schwarzwald. Bühl ist damit ein praktischer Ausgangspunkt, nicht der Standort all dieser Naturziele im engeren Stadtkern. Die offizielle Hochkopf-Information beschreibt Landschaft und Zugang; die städtische Tourismusseite verlinkt auf Wege in Bühlertal und Ottersweier.

Für einen längeren Aufenthalt gibt es städtische Dienstleistungen und Freizeitangebote. Die Hauptstraße bietet Einzelhandel, Cafés und Restaurants; das kommunale Schwarzwaldbad umfasst nach Angaben der Stadt neun Becken einschließlich Hallenbad mit mehr als 2.000 Quadratmetern Wasserfläche. Die Tourist-Information liegt in der Friedrichstraße 7 und berät zu Bühl, Bühlertal, Ottersweier und dem Schwarzwald. Öffnungszeiten und Zugang zum Bad können sich ändern; vor der Reise die aktuellen städtischen Hinweise prüfen. Bühls Wirtschaft beruht nicht nur auf Zwetschgen und Wein: Die Stadt nennt für Juni 2025 insgesamt 19.109 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und mehr Einpendler als Auspendler; als Branchen erscheinen Produktion, Handel, Handwerk und Dienstleistungen. Zu den international tätigen Unternehmen am Ort zählt die Stadt Bosch, Schaeffler und UHU. Das erklärt, warum Bühl zugleich Versorgungszentrum seiner Ortsteile und Ausgangspunkt für Ausflüge ist. Aktuelles findet sich auf den städtischen Seiten zu Freizeit und Sport, zur Tourist-Information und im Stadtporträt.

Zu einer vollständigen Stadtgeschichte gehört auch die Verfolgung der jüdischen Gemeinde im Nationalsozialismus. Die städtische Zeitleiste nennt den Bau der Synagoge 1822/23, ihre Zerstörung während des Pogroms am 10. November 1938 und Gewalt gegen jüdische Einwohner. Am 22. Oktober 1940 wurden 26 jüdische Bürger aus Bühl in das Lager Gurs in Südfrankreich deportiert; laut Stadt überlebten nur wenige die nationalsozialistische Verfolgung. Das ist keine Sehenswürdigkeit, sondern Teil des kommunalen Gedächtnisses und erweitert den Blick über Architektur und Handel hinaus. Wer sich für die lokale Erinnerung interessiert, kann beim Stadtgeschichtlichen Institut nach aktuellen historischen Materialien und Gedenkprojekten fragen. Die kommunale Zeitleiste dokumentiert diese Ereignisse neben den anderen Wendepunkten Bühls.

Die Anreise per Bahn und das Weiterkommen mit dem Stadtbus sind unkompliziert, wenn man den Fahrplan für den konkreten Tag prüft. Die Stadt listet die Regionalzüge RE2 und S7/S71 auf der Strecke zwischen Karlsruhe, Baden-Baden, Bühl, Achern und Offenburg sowie Citylinien in die Ortsteile Kappelwindeck, Eisental, Neusatz und Weitenung. Der Regionalbus X34 verbindet Bühl über Lichtenau und Hügelsheim mit dem Flughafen Baden-Airpark. Manche Fahrten abends und am Wochenende werden als Anruf-Linien-Taxi mit vorheriger Buchung angeboten; Schul- und Ferienfahrpläne unterscheiden sich ebenfalls. Aktuelle KVV- und Bahnverbindungen prüfen und bei Ausflügen in die Höhe auch die letzte Rückfahrt einplanen. Die städtische Seite zu Bus und Bahn führt Linien und Bedingungen des Anruf-Taxis auf. Für einen ausgewogenen Besuch lassen sich Museum und Marktstraßen mit Kappelwindeck und Burg Windeck verbinden; für Weinberge oder Hochkopf ist ein weiterer Tag sinnvoll. Bühls Reiz liegt in dieser Bandbreite: eine aktive Stadt mit Betrieben und Dienstleistungen, eine Obstbaugeschichte, die in der Küche weiterlebt, und eine Landschaft, die innerhalb derselben Gemeinde von Streuobstwiesen bis zur Schwarzwaldheide reicht.