Rheinau ist eine Gemeinde, deren Name für das Ganze steht und nicht für einen einzelnen Ortsteil. Neun Dörfer gehören dazu: Freistett, Rheinbischofsheim, Linx, Diersheim, Helmlingen, Memprechtshofen, Honau, Holzhausen und Hausgereut. Sie liegen am Rhein im nördlichen Ortenaukreis. Das amtliche Statistikportal weist zum 30. September 2026 insgesamt 11.374 Einwohner auf 73,5 Quadratkilometern aus. Jeder Ortsteil hat sein eigenes Profil bewahrt; Rhein, Auwälder und alte Flussarme verbinden sie zugleich zu einer Landschaft. Freistett ist Verwaltungs- und Versorgungszentrum. Wer Rheinau verstehen möchte, sollte die Stadt als Verband verschiedener Dörfer betrachten, nicht als geschlossene historische Altstadt.

Die heutige Stadt entstand 1975 im Zuge der Gemeindereform, als Freistett und acht weitere Ortsteile zusammengeführt wurden. Der Name Rheinau wurde für die neue Kommune gewählt; einen Ortsteil dieses Namens gibt es nicht. Freistett ist erstmals am 4. März 828 als Fregistatt urkundlich erwähnt. Ober- und Niederfreistett blieben lange getrennt und wurden erst 1564 endgültig vereinigt. Der Dreißigjährige Krieg, Hunger und Pest trafen die Gegend schwer: Nach Angaben der Stadt sank Freistetts Bevölkerung von etwa 1.000 auf weniger als 400 Menschen. Rheinbischofsheim bewahrt ein anderes Kapitel: Unter den Grafen von Hanau-Lichtenberg wurde dort im 17. Jahrhundert ein Schloss als Residenz errichtet. Solche lokalen Unterschiede machen deutlich, warum ein Besuch nur in einem Ortsteil nicht für ganz Rheinau stehen kann.

Freistett lässt sich gut zu Fuß erschließen. Der historische Rundweg führt auf drei Kilometern an 19 bebilderten Stationen vorbei; sie erklären Gebäude und die Entwicklung des Ortes. Für den Weg sollte man in gemütlichem Tempo ungefähr zwei Stunden einplanen. Die städtische Übersicht zu Sehenswürdigkeiten nennt außerdem lokale Geschichtswege und das Museum Rheinau für Rheinschifffahrt und Heimatkunde. Die Ausstellung erzählt von der Binnenschifffahrt und vom Leben zwischen Schwarzwald und Elsass. Die Stadt kündigte jedoch Renovierungs- und Neugestaltungsarbeiten an; laut Mitteilung war das Museum 2025 bis auf Weiteres geschlossen. Bitte vor einem Besuch den aktuellen Wiedereröffnungsstand prüfen. Die Rheinlandschaft bleibt unabhängig davon das wichtigste Erlebnis: Auwälder, Altrheinarme, Radwege und die Fischtreppe am Grenzübergang Freistett-Gambsheim zeigen den Fluss als Naturraum und Verkehrsgrenze.

Auch die Wirtschaft folgt der Lage am Fluss. Landwirtschaft und örtliche Dienstleistungen bestehen neben Handel, Industrie, Kiesgewinnung, Freistetts Hafen und grenzüberschreitendem Verkehr. Seit 1975 führt die L87 von Freistett über den Rhein nach Elsass und weiter in das französische Straßennetz. Die Stadt beschreibt den Rheinübergang als Vorteil für Verkehr und Wirtschaft, nicht nur als Aussichtspunkt. In Freistett und den übrigen Ortsteilen gibt es Schulen, Sport- und Freizeitangebote, ein Hallenbad, eine öffentliche Bibliothek sowie Wochenmärkte und Dorffeste. Gasthäuser und Übernachtungsmöglichkeiten verteilen sich über mehrere Dörfer; vor einer Buchung sollte man deshalb den konkreten Ortsteil prüfen.

Mit dem Auto führt die L87 über Gambsheim ins Elsass und in Gegenrichtung zur A5 nahe Achern. Der nächste größere Bahnanschluss liegt nach städtischer Angabe im etwa zwölf Kilometer entfernten Achern. Busse und ergänzende Mobilitätsangebote erschließen Teile der Kommune, doch die Verbindungen unterscheiden sich je nach Ortsteil und Tageszeit. Vor der Anreise ohne Auto bitte die aktuelle Ortenau-Auskunft nutzen. Für einen ersten Besuch lassen sich der Geschichtsweg in Freistett, der Rheinübergang und eine Radtour am Fluss kombinieren; an einem weiteren Tag kann Rheinbischofsheim oder ein kleinerer Ortsteil folgen. Zugang zu Auenflächen, Radverbindungen, Museumseröffnung und saisonale Angebote bitte vorab prüfen.

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