Wittnau liegt rund sieben Kilometer südlich von Freiburg, dort, wo sich das Hexental zwischen dem Schönberg und dem westlichen Rand des Schwarzwalds zu einem weiten Hochtal öffnet. Die Gemeinde ist klein, besteht aber nicht aus einem einzigen, gleichförmigen Dorfkern: Wittnau am Fuß des Schönbergs und Biezighofen auf der Schwarzwaldseite bilden zwei alte Siedlungskerne. Sie sind heute zusammengewachsen, ihre unterschiedlichen Strukturen bleiben jedoch erkennbar. In Wittnau gruppieren sich Kirche, Rathaus und Schule um das Gemeindeleben; Biezighofen bewahrt Höfe und schlichte Häuser, die früher Tagelöhner und Handwerker bewohnten.
Das bundesweite Gemeindeverzeichnis zählte am 31. März 2026 insgesamt 1.470 Einwohner auf 5,04 Quadratkilometern. Die Angabe gilt für das gesamte Gemeindegebiet mit beiden Siedlungskernen und nicht allein für den bebauten Ortsmittelpunkt. Durch die Nähe zu Freiburg ist Wittnau Wohnort und zugleich ein ruhiger Ausgangspunkt für Spaziergänge. Die Gemeinde nennt eine Grundschule, Kinderbetreuung, Kirchen, Betriebe und Vereine; außerdem ist Wittnau staatlich anerkannter Erholungsort. Es bleibt ein kleiner Ort, während Freiburg und die Nachbargemeinden im Hexental für weitere Angebote sorgen.
Eine Erwähnung im 8. Jahrhundert, kein Gründungsmythos
Die Gemeinde datiert die erste schriftliche Erwähnung Wittnaus auf 786: In einer Schenkungsurkunde mit Bezug zur Abtei St. Gallen erscheint der Name „Witunauia“. Biezighofen ist 806 als „Puazinchova“ gesondert belegt. Diese Daten zeigen, dass die Ortsnamen damals schriftlich verwendet wurden; sie bestimmen weder das genaue Alter der Siedlungen noch belegen sie eine römische, griechische oder andere antike Gründung. Die Ortsgeschichte beschreibt zwei Siedlungen mit unterschiedlichen Beziehungen zu Landschaft und Herrschaft. Über viele Jahrhunderte prägte die Landwirtschaft den Alltag; die Haushalte lebten von Ackerbau, Viehhaltung und Waldnutzung.
Der Name Hexental lädt zu einer sagenhaften Deutung ein, doch dafür gibt es keinen Nachweis. Die Gemeinde betont, dass man dort keine Hexen findet, und nennt als mögliche sprachliche Wurzel „Hag“ oder ein älteres, als „hags“ überliefertes Wort für Hecken beziehungsweise ein eingefriedetes Feld. Das ist eine etymologische Vermutung, keine belegte Herkunft. Die Landschaft lässt sich genauer beschreiben: Das Tal steigt von ungefähr 259 Metern am Eingang auf mehr als 400 Meter bei Wittnau und Biezighofen an. Der Schönberg ist 644 Meter hoch; im Osten reicht die Gemarkung bis an die Westflanke des Schauinslands.
Barockkirche und Weinbauhänge
Im Wittnauer Ortskern ist die Pfarrkirche das markanteste historische Gebäude. Der heutige Bau entstand 1795, nachdem der Vorgänger baufällig geworden war. Die Gemeinde nennt Johann Amann, den Baudirektor Vorderösterreichs, als Architekten und bezeichnet die Kirche als letzte Barockkirche des Breisgaus. Auch der Dinghof, der frühere Herren- und Gerichtshof, prägte den Ort. Nach Einschätzung der Ortsgeschichte ist es sehr wahrscheinlich, aber nicht sicher, dass er in Gestalt des Gasthauses Hirschen weiterbesteht. 1811 ist erstmals die politische Gemeinde „Wittnau und Biezighofen“ belegt. Ihre Selbstständigkeit bewahrte die Gemeinde 1971 durch den Beitritt zur Verwaltungsgemeinschaft Hexental.
Die Hänge erzählen weiterhin von landwirtschaftlicher Nutzung. Auf Hasenbuck, Großem Buck und Kapuzinerbuck wird noch Wein angebaut; die Gemeinde zählt Wittnau zu den höchstgelegenen Weinorten Badens. Rebflächen, Wiesen und Waldränder liegen dicht beieinander, statt sich auf einen einzigen Aussichtspunkt zu konzentrieren. Von den drei genannten Hügeln reicht der Blick laut Gemeindeseite über die Rheinebene bis nach Freiburg. Die Wirtschaft wandelte sich vom früheren Zusammenspiel aus Ackerbau, Viehhaltung und Waldarbeit zu einer Wohngemeinde nahe Freiburg mit örtlichen Betrieben und Weinbau. Eine aktuelle Beschäftigungsstatistik nach Branchen geben die geprüften Quellen nicht her; genauere Anteile wären daher unbelegt.
Von der Kirche auf den Schönberg
Zu Fuß erschließt sich am besten, wie eng der Ort mit seiner Landschaft verbunden ist. Die Freizeitseite der Gemeinde beschreibt den Naturlehrpfad am Schönberg als zwei Abschnitte, die sich beim Gasthaus Unterer Schönberghof treffen und einzeln oder gemeinsam begangen werden können. Auch die Wittnauer Kirche ist als Ausgangspunkt genannt. Weitere markierte Wege führen durchs Tal, an Weinbergen entlang und in die bewaldeten Hänge. Wegzustand und Umleitungen können sich ändern; vor dem Start lohnt sich ein Blick auf die örtlichen Hinweise, außerdem sollten die Schuhe zum Gelände passen.
Für eine längere Tour empfiehlt die Gemeinde den Bettlerpfad zwischen Merzhausen und Badenweiler sowie Radtouren durchs Hexental. Freiburg bietet sich für einen Abstecher zu Museen, Münster und Altstadtgassen an; Staufen, Bad Krozingen und das Gebiet am Schauinsland sind weitere regionale Ziele. Sie liegen nicht im Gemeindegebiet Wittnau, sondern eignen sich als separate Ausflüge. Verbindungen und Öffnungszeiten sollte man jeweils aktuell prüfen.
Anreise und praktische Planung
Von Freiburg führt der praktische Weg mit dem Regionalbus durchs Hexental. Zum 1. September 2026 hat der Regio-Verkehrsverbund Freiburg die bisherige Linie 7208 in Linie 440 umbenannt. Da Fahrwege und Baustellenhinweise wechseln können, sollte man die aktuelle Verbindung bis zur Haltestelle Wittnau prüfen und sich nicht auf einen älteren Fahrplan verlassen. Mit dem Auto geht es von Freiburg auf der Straße südwärts durchs Hexental; die Gemeinde nennt eine Entfernung von rund sieben Kilometern. Wittnau eignet sich als halbtägiges Wanderziel oder als ruhiger Zwischenhalt auf einer längeren Hexental-Tour. Vor der Fahrt bitte Busfahrplan, Wegzustand sowie aktuelle Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten prüfen.
Wittnau in three films: the Bettlerpfad, Schönberg and local fire service
This Japanese-language travel channel describes a walk on the Schönberg nature trail, climbing toward the summit and descending to Wittnau. The subject matches the municipality’s own account of the trail and its village starting point. The footage offers a visitor’s perspective on the wooded hillside and the transition toward the wine-growing village; it should be treated as a personal route record rather than an official map or access notice. Check current signage and trail conditions before setting out.
MrHeimspiel’s recording is identified as a full alarm for the Wittnau volunteer fire brigade near Freiburg. Its description names three Wittnau emergency vehicles, making it a direct glimpse of a local public service rather than a tourism film. It adds a civic angle to the landscape and walking videos: Wittnau is a functioning residential municipality with its own volunteer emergency response. The clip is from April 2024 and does not provide a guide to visitor services or current emergency arrangements.