Schliengen liegt im Markgräflerland zwischen den sonnigen Vorbergen des Rheins und dem südlichen Schwarzwald. Zur Gemeinde gehören neben dem Hauptort die Ortsteile Liel, Niedereggenen, Mauchen und Obereggenen. Im Jahr 2025 zählte die Gesamtgemeinde 6.364 Einwohner. Die Landschaft wechselt zwischen Weinbergen, Obstwiesen, Wald und sanften Höhen; bei klarer Sicht reicht der Blick zur Rheinebene und zu den Vogesen. Schliengen ist eine gewachsene Weinbaugemeinde und kein reiner Ferienort. Bahnhof, Geschäfte, örtliche Dienstleistungen und Weingüter gehören zum Alltag und machen den Ort zugleich zu einem guten Ausgangspunkt für Ausflüge.
Der Weinbau ist seit Jahrhunderten belegt. Die Gemeinde datiert seine urkundliche Erwähnung in der Gegend auf das Jahr 1147, zunächst in Mauchen. Heute verfügen Schliengen und seine Ortsteile zusammen über rund 250 Hektar Rebfläche und bilden damit die größte Weinbaugemeinde im Landkreis Lörrach. Das prägt Wege und Ortsbild: Weinbergpfade und Trockenmauern zeigen die Arbeit an den Hängen, während Winzer und Genossenschaft die Dörfer mit der regionalen Vermarktung verbinden. Der erste Markgräfler Weinlehrpfad zwischen Schliengen und Mauchen ist 3,4 Kilometer lang und dauert etwa 90 Minuten. Er erläutert Rebsorten, Anbau und Verarbeitung; angelegt wurde er 1971, 1996 wurde er wiedereröffnet.
Auch die Ortsteile erzählen verschiedene Kapitel. Schliengen erhielt 1704 Marktrechte und wurde 1719 Verwaltungssitz; Schloss Entenstein wurde zum Amtssitz ausgebaut. Die Schlacht bei Schliengen von 1796 gehört zu den Auseinandersetzungen der Französischen Revolutionskriege. 1802 kam das Gebiet im Zuge der Säkularisation an Baden. Oberhalb des Eggenertals prägt Schloss Bürgeln die Landschaft. Der heutige Barockbau entstand ab 1762 nach früheren Bränden und Zerstörungen; eine klösterliche Vorgeschichte ist seit einer Schenkung an das Kloster St. Blasien im Jahr 1125 belegt. Das Schloss ist nur im Rahmen einer Führung zugänglich. Deshalb sollte man den offiziellen Kalender und mögliche Änderungen durch Veranstaltungen vor der Anreise prüfen.
Wanderungen lassen sich passend zu Zeit und Kondition auswählen. Der kommunale Panoramaweg ist etwa 2,9 Kilometer lang und führt überwiegend über Gras- und Erdwege mit Ausblicken ins Eggenertal, auf Bürgeln und den Hochblauen; festes Schuhwerk ist sinnvoll. Die Rundtour im Eggenertal misst ungefähr zwölf Kilometer. Eine etwa 20 Kilometer lange Radroute verbindet Schliengen mit Liel, Niedereggenen, Obereggenen, Feldberg und Mauchen. Im Frühjahr ist die Kirschblüte ein besonderer Anziehungspunkt. Der Obstlehrpfad erläutert sowohl gewerblichen Obstanbau als auch traditionelle Streuobstwiesen. Im Hauptort kann man Entenstein, Dorfkirchen und Weinlandschaft zu Fuß verbinden, ohne zwischen einzelnen Sehenswürdigkeiten ständig das Auto zu nutzen.
Der Bahnhof Schliengen liegt an der Rheintalbahn zwischen Freiburg und Basel. Regionalzüge machen den Ort zu einem praktischen Ausgangspunkt für Tagesausflüge in beide Richtungen. Vor der Fahrt bitte Echtzeitfahrplan und Baustellenhinweise prüfen. Mit dem Auto erreicht man Schliengen über die A5-Ausfahrt Neuenburg am Rhein. Ortsbusse verbinden die Ortsteile, allerdings unterscheiden sich die Verbindungen je nach Tag und Uhrzeit; für Bürgeln und die kleineren Dörfer sind Fahrrad oder Auto oft hilfreich. Ein abwechslungsreicher Tag beginnt etwa mit dem Weinlehrpfad, führt zum Mittagessen oder zu einem Weingut und endet mit einer Schlossführung oder einem Spaziergang durch die Obstwiesen. Führungen, Weinproben und saisonale Angebote sollten vorab gebucht beziehungsweise bestätigt werden.