Steinen ist mehr als ein einzelnes Dorf: Die Gemeinde umfasst sieben Ortsteile mit unterschiedlichen Landschaften und Wegen. Der Kernort und Höllstein liegen an der Wiese im Wiesental. Endenburg und weitere Ortsteile reichen hinauf in den Südschwarzwald und auf den Dinkelberg. Zum 1. Januar 2024 zählte die Gesamtgemeinde 10.605 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Wechsel zwischen dem gut angebundenen Tal und den ruhigen, bewaldeten Höhen macht den besonderen Reiz eines Besuchs aus.
Eine urkundliche Nennung und eine lange Wandelgeschichte
Die Gemeinde führt die erste urkundliche Erwähnung Steinens als „Steina“ auf das Jahr 1113 zurück. Alemannische Reihengräber weisen auf eine frühere Besiedlung hin, belegen aber kein genaues Gründungsjahr. Der rote Buntsandstein war eine wichtige Ressource: Die Bischöfe von Basel ließen 1388 und 1469 Steinbrüche bei Steinen erwerben, um das nach dem Erdbeben von 1356 beschädigte Münster wieder aufzubauen. 1602 wurde Steinen zum Marktflecken; 1776 kam ein Vieh- und Krämermarkt hinzu. Im 19. Jahrhundert veränderten Investitionen aus Basel die frühere Landwirtschaftsregion. Spinnerei und Weberei im Kernort sowie die Textilfabrik in Höllstein schufen Arbeit und prägten die Siedlungen. Heute gehören kleine und mittlere Betriebe, Handel und Dienstleistungen zur Wirtschaftsstruktur.
Historische Häuser und Dörfer am Hang
Im Kernort steht das Vogtshaus mit Bauteilen aus dem Jahr 1553 nahe dem Cornimontplatz und den Einrichtungen der Gemeinde. Höllstein besitzt einen eigenen Dorfkern, Sportangebote und ein Gewerbegebiet auf dem früheren Textilareal. Endenburg liegt rund zwölf Kilometer vom Hauptort entfernt an einer Panoramastraße zwischen Kandertal und Wiesental. Wald, offene Landwirtschaftsflächen und Blicke zum Schweizer Jura und zu den Berner Alpen prägen die Höhenlage. Im Ortsteil Kirchhausen ist der 1696 errichtete Schneiderhof als Bauernhausmuseum eingerichtet. Führungen machen die frühere bäuerliche Wohn- und Arbeitswelt anschaulich; die saisonalen Öffnungszeiten sollte man vorab prüfen. Die Künstlerin Meret Oppenheim verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Steinen, wo das Schulzentrum ihren Namen trägt.
Mit Bahn, Markt und Wanderwegen unterwegs
Der Bahnhof macht Steinen zu einem guten Ausgangspunkt ohne Auto. Laut Gemeinde verbinden S-Bahn-Züge den Ort im Wiesental mit Lörrach, Weil am Rhein und Basel sowie mit Maulburg, Schopfheim und Zell im Wiesental. Die B317 erschließt die Orte im Tal. Für einen Tagesbesuch bietet sich eine Runde durch den Kernort mit Markt und Vogtshaus an; anschließend kann man nach Höllstein und weiter nach Endenburg oder Kirchhausen fahren, um Museum und Landschaft kennenzulernen. Steinen wurde außerdem als „Tor zum Naturpark Südschwarzwald“ ausgezeichnet. Markt- und Öffnungstage sowie Bahnfahrpläne können wechseln; aktuelle Zeiten sollten vor der Anreise geprüft werden.