In Bad Radkersburg hat Wasser immer wieder Stadt und Arbeit verändert. Die Mur trug Waren, schützte eine Festung und wurde nach dem Ersten Weltkrieg zur Staatsgrenze. Heute verbindet eine Brücke die österreichische Stadt mit Gornja Radgona in Slowenien. Mineral- und Thermalwasser schufen später eine weitere wirtschaftliche Grundlage. Am Ufer lassen sich diese Geschichten zusammendenken.
Was über den Anfang bekannt ist
Die Stadtgemeinde schreibt ausdrücklich, dass Gründer und genauer Beginn der Siedlung nicht sicher rekonstruiert werden können. Der Ortsname erscheint 1182 in einer Urkunde, als Stadt wird Radkersburg erst 1299 ausdrücklich bezeichnet. Ein planmäßiger Ausbau gegen Ende des 13. Jahrhunderts gilt als wahrscheinlich, nicht als bewiesener Gründungsakt. Frühere Besiedlung im Murtal belegt keine römische Stadt. Vieh, Wein, Holz, Salz und Eisen wurden über Land und Fluss gehandelt; die Mur brachte Einnahmen und Gefahren.
Ab 1546 bauten aus Oberitalien stammende Fachleute die Verteidigung zu einer Bastionenfestung um. Folgen Sie erhaltenen Befestigungslinien und Renaissancehäusern vom Zentrum zur Mur. Das Museum im alten Zeughaus befindet sich in einem 1588 fertiggestellten Arsenal und ergänzt den Rundgang um Sachzeugnisse. Nach dem Ersten Weltkrieg machte der Vertrag von Saint-Germain die Mur zur Staatsgrenze und teilte den bisherigen Stadtraum. 1945 trafen Kämpfe Radkersburg schwer; 1969 eröffneten Österreich und Jugoslawien gemeinsam eine neue Brücke. Eine regionale Radroute beschreibt die heutige Querung nach Gornja Radgona. Die Grenze ist Geschichte und Alltag, keine bloße Anekdote.
Kurort und erreichbare Stadt
Gesundheitstourismus ist laut Stadtgeschichte der wichtigste Wirtschaftszweig. 1927 wurde bei einer Bohrung Mineralwasser entdeckt, 1975 kam der Zusatz „Bad“ hinzu; später wurde Thermalwasser für die Parktherme erschlossen. Hotels und Dienstleistungen ergänzen die Altstadt. Statistik Austria weist am 1. Jänner 2026 3.207 Menschen für die Gemeinde aus, keine Zahl von Kurgästen. Aus Graz verläuft die ÖBB-Strecke 502 über Leibnitz und Spielfeld-Straß nach Bad Radkersburg; prüfen Sie für den Reisetag Umstiege und möglichen Ersatzverkehr. Aus Gornja Radgona führt die Murbrücke ins österreichische Zentrum. Museums- und Thermenöffnungszeiten sollten Sie vorab kontrollieren. Der Spaziergang am Fluss zeigt, wie Grenzlage und Wasser bis heute zusammenwirken.