Zofingen ist eine Kleinstadt mit einem gut lesbaren Zentrum. Die Altstadt liegt innerhalb eines grünen Gürtels ehemaliger Grabengärten; Gassen, Brunnen und Plätze verweisen auf die mittelalterliche Marktstadt. Oberhalb der Dächer liegt der Heitern mit Spazierwegen und weitem Blick. Die römischen Mosaike befinden sich ausserhalb des mittelalterlichen Kerns. Dazu kommt ein Bahnhof mit Verbindungen in mehrere Schweizer Regionen. So lässt sich ein Besuch aus Archäologie, Stadtgeschichte, Markt und Natur zusammensetzen.

Die aktuelle Bevölkerungsstatistik der Stadt nennt für Zofingen 13’019 Personen mit ständigem Wohnsitz, Stand 31. August 2026. Gemeint ist die Einwohnergemeinde, nicht der Bezirk oder das weitere Pendlergebiet. Als Regionalzentrum für Arbeit und Dienstleistungen beschreibt sich Zofingen auch wirtschaftlich: Die städtische Willkommensbroschüre nennt über 1’100 Unternehmen und beinahe ebenso viele Arbeitsplätze wie Einwohner. Diese gerundeten Angaben geben eine Orientierung, ersetzen aber keine aktuelle Arbeitsplatzerhebung.

Ein guter Einstieg ist der römische Gutshof. Die Kantonsarchäologie datiert seine Nutzung grob vom ersten bis ins dritte Jahrhundert nach Christus. Das Herrenhaus war ungefähr 106 Meter lang und mindestens 26 Meter breit. Zum Anwesen gehörte ein Badeflügel mit zwölf Räumen; drei Wohnräume hatten farbige Mosaikböden. Zwei klassizistische Schutzbauten aus dem Jahr 1831 stehen über den Mosaiken und machen den Fundort ungewöhnlich anschaulich. Laut Kanton sind sie täglich von 9 bis 17 Uhr zugänglich, der Eintritt ist frei. Die Anlage belegt einen wohlhabenden Gutshof in der römischen Region, aber keine Gründung der heutigen Stadt als römisches Municipium.

Die mittelalterliche Stadt entstand in einem anderen Zusammenhang. Die Grafen von Frohburg bauten Zofingen als befestigten Markt- und Verwaltungssitz an der Route zwischen Basel und Luzern aus. Die Stadt beschreibt die geplante Altstadt als unregelmässiges Rechteck von ungefähr 470 Metern Länge und höchstens 225 Metern Breite. Das kompakte Grundrissbild lässt sich zu Fuss gut erfassen. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts erhielt der Ort Markt- und Münzrecht; 1299 verkaufte Graf Ludwig V. von Frohburg die Stadt an die Habsburger, 1415 kam sie unter bernische Herrschaft. Heute erzählen Lauben, steile Dächer, Gärten am ehemaligen Grabenrand und Brunnen von dieser Entwicklung. Der Rundgang führt über Kirchplatz und Niklaus-Thut-Platz durch die verschiedenen Schichten der Altstadt.

Die Geschichte von Niklaus Thut sollte man in zwei Teile gliedern. Belegt ist, dass der ehemalige Schultheiss und zwölf Zofinger Bürger am 9. Juli 1386 bei Sempach auf habsburgischer Seite fielen. Die Stadt bezeichnet die berühmte Fahnenepisode ausdrücklich als Legende: Thut soll im Sterben das Zofinger Banner in den Mund genommen haben, wo es später bei seinem Leichnam gefunden wurde. Der Brunnen und die Statue erinnern an den Stadthelden; die Fahne im Mund ist Überlieferung, kein gesicherter Schlachtbericht. Die Stadtkirche besitzt laut städtischem Rundgang Grundmauern aus der Zeit um 600. Das heutige Gebäude verbindet romanische und gotische Teile mit einem spätgotischen Chor.

Im Palazzo zeigt das Museum Zofingen historische und naturkundliche Sammlungen. Zu sehen sind archäologische Funde, Münzen, Möbel, Spielzeug und Handwerk ebenso wie Maschinen zur Textilproduktion und Drucktechnik sowie die Ringier-Sammlung. 2026 wurde das Museum 125 Jahre alt. Die Stadt versteht es als Ort, an dem die Geschichte der Stadt und Region durch Ausstellungen und öffentliche Veranstaltungen befragt wird. Wer sich für den Alltag der früheren Industriestadt interessiert, findet hier einen anderen Zugang als auf dem reinen Architekturspaziergang. Öffnungszeiten und aktuelle Ausstellungen bitte vorab prüfen.

Am Wochenmarkt wird die Altstadt weiterhin praktisch genutzt. In der offenen Markthalle findet der Gemüse- und Blumenmarkt dienstags und samstags von 7 bis 11 Uhr statt; die städtischen Informationen nennen ausserdem Brot, Eier, Fisch und regionale Spezialitäten. Das Stadtbüro am Kirchplatz 26 gibt touristische Auskünfte, Ortspläne und Buchungsmöglichkeiten für Führungen. Von Februar bis Oktober ist laut aktuellem Angebot am letzten Samstag des Monats eine öffentliche klassische Altstadtführung vorgesehen; Daten und Plätze können sich ändern. Das Kinderfest blickte 2025 auf 200 Jahre zurück. Das Heitere Open Air findet seit 1991 auf dem Heitern statt. Der Bio Marché begann 2000 und war lange ein überregionaler Anlass; der Veranstalter erklärt jedoch, seine Aktivitäten 2026 eingestellt zu haben. Für künftige Ausgaben sollte man eine neue offizielle Ankündigung abwarten.

Der Heitern eignet sich für einen Spaziergang ohne lange Anfahrt. Der Lindenplatz wurde 1745 als Exerzierplatz angelegt und bietet heute Platz für Feste, Erholung und Aussicht auf die Altstadt, bei klarer Sicht bis zu den Alpen. Eine städtische Freizeitbroschüre veranschlagt etwa 15 Gehminuten vom Bahnhof und nennt Bus 11 als Alternative; aktuelle Fahrzeiten bitte prüfen. In der Nähe liegen ein Obstsortengarten und der Wildpark Hirschpark. Auf gut begehbaren Wegen sind dort Hirsche in einem baumbestandenen Gelände mit Bach zu sehen. Für den Stadtbesuch ist das eine einfache Naturpause, keine alpine Tour.

Auch die Arbeitswelt ist Teil des Ortsbilds. Die Willkommensbroschüre skizziert Zofingen mit zahlreichen Firmen und Arbeitsplätzen; das Museum dokumentiert Textil- und Druckgeschichte. Im Jahresbericht 2024 hält die Stadt die Schliessung des Druckbetriebs Swissprinters und die Übernahme des Spitals durch Swiss Medical Network fest. Das zeigt einen Wandel bei Industrie und Gesundheitsdiensten. Daneben bleibt Zofingen ein Zentrum für Verwaltung, Schulen, Geschäfte, Sport und Kultur. Unterkünfte, Cafés, Restaurants und Veranstaltungen ergänzen die Angebote für Gäste und Einwohner.

Mit dem Zug ist die Stadt gut erreichbar. Die SBB weist den IR15 Richtung Bern und Genf sowie den IR27 über Olten und Liestal nach Basel aus; direkte IR-Verbindungen fahren auch Richtung Luzern. Von Zürich gibt es direkte Züge nach Olten; dort kann man in den IR27 nach Zofingen umsteigen. Nach Basel besteht in der Gegenrichtung ebenfalls eine direkte IR27-Verbindung. Fahrpläne können sich wegen Bauarbeiten ändern, deshalb sollte man die Verbindung für den Reisetag prüfen. Für einen ersten Aufenthalt passen römische Mosaike, Altstadt, Markt und Museum zusammen. Wer länger bleibt, ergänzt den Heitern und ein aktuelles Kulturereignis. Zofingen erschliesst sich auf kurzen Wegen, gewinnt aber durch den Blick auf die einzelnen historischen Schichten.