Spitz liegt als Marktgemeinde am Nordufer der Donau, dort, wo sich der Strom zwischen Weinterrassen und bewaldeten Höhen durch die Wachau zieht. Der Ort ist mehr als ein schöner Zwischenstopp zwischen Krems und Melk: Weinbau, Schifffahrt und eine gut belegte Ortsgeschichte prägen bis heute die Landschaft und den Alltag. Statistik Austria weist für die gesamte Marktgemeinde Spitz zum 31. Oktober 2025 genau 1.524 Einwohner aus. Die Zahl bezieht sich auf das Gemeindegebiet, nicht nur auf den kompakten Ortskern.
Frühe Urkunden und ein befestigter Markt
Das Gemeindearchiv unterscheidet zwei frühe Belege. Eine Urkunde vom Jahr 830 bestätigt eine ältere Schenkung, in der Wahowa und Akkussabah genannt werden; der Ortsname ad Spizzun ist erstmals 865 belegt. Weinberge in der Gegend sind laut Gemeinde seit dem 9. Jahrhundert urkundlich nachweisbar. Das belegt eine frühe Siedlungs- und Weinbaugeschichte, aber keine römische Gründung.
Die spätere Geschichte zeigt sich in Bauten und auf den Höhen. Die Burg Hinterhaus wird 1243 in einem Lehensbericht erwähnt, zwei befestigte Häuser sind 1285/86 urkundlich belegt. 1347 erscheint Spitz erstmals als Markt mit eigenen Rechten und Wappen. Die Ruine Hinterhaus liegt heute auf einem Felsrücken über dem Ort; der steile Zugang von Norden gehört zur Wanderung und verlangt festes Schuhwerk. Nach wechselnden Besitzern und kriegerischen Konflikten wurde die Burg 1620 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Schloss Spitz entwickelte sich aus dem Unterhaus zur Renaissanceanlage. Im früheren Lesehof Erlahof befindet sich heute das Schifffahrtsmuseum.
Weinterrassen und die Arbeitsgeschichte der Donau
Die Weingärten sind keine bloße Kulisse. Rund um den Tausendeimerberg und im Spitzer Graben gehören steile, von Mauern gehaltene Terrassen zum Weinbaugebiet Wachau. Riesling und Grüner Veltliner sind dort besonders prägend. Winzer, Verkostungen und Heurige machen diesen Wirtschaftszweig für Gäste erlebbar; ihre Öffnungszeiten richten sich nach Saison und Betrieb. Marillen und andere regionale Produkte ergänzen die kulinarische Seite der Wachau.
Das 1970 im Erlahof gegründete Schifffahrtsmuseum erzählt die Geschichte der Ruder- und Floßschifffahrt auf der oberen Donau. Zu sehen sind unter anderem eine Schiffersorgel von 1697, Werkzeuge, Schiffsteile, Modelle und Ausrüstung für frühere Pferdeschiffzüge. Die Sammlung zeigt, dass der Fluss über Jahrhunderte Verkehrsweg und Arbeitsplatz war, nicht nur Aussichtspunkt für Reisende.
Weitere Ziele sind die Pfarrkirche, das Alte Rathaus, Schloss Spitz, das Rote Tor und die Teufelsmauer. Mit dieser Felsformation verbindet die Gemeinde eine Sage, nach der der Teufel die Wachau durch eine Mauer überfluten wollte. Das ist überlieferte Folklore, keine belegte Ortsgeschichte. Die kommunale Sehenswürdigkeitenliste hilft bei der Auswahl.
Anreise und Aufenthalt
Von Wien fährt man praktisch mit dem Zug nach Krems und von dort mit dem Wachau-Bus 715 nach Spitz; die Linie führt entlang der Donau weiter nach Melk. Die Wachaubahn ist ein Ausflugsverkehr mit wechselnden Betriebstagen, deshalb sollten VOR- und Bahnfahrpläne aktuell geprüft werden. Die Rollfähre überquert die Donau nach Arnsdorf in ungefähr fünf bis sieben Minuten und nimmt Fußgänger, Fahrräder und Autos mit. Bei Hochwasser, Nebel oder Sturm kann der Betrieb ausfallen; Fahrzeiten unterscheiden sich nach Jahreszeit.
Für einen ersten Tag lassen sich Ortskern und Schifffahrtsmuseum mit dem steilen Aufstieg zur Ruine oder einem Spaziergang durch die Weingärten kombinieren. Unterkünfte, Gastronomie, Heurige und ein saisonales Freibad bieten Möglichkeiten für einen längeren Aufenthalt; prüfen Sie die Öffnung direkt beim jeweiligen Betrieb. So zeigt sich Spitz als bewohnter Wein- und Schifffahrtsort, nicht nur als Aussicht über die Donau.
Spitz in three views: Hinterhaus, river shipping and vineyards
Johannes Platzer’s jop TV Travel video is a visit to the Schifffahrtsmuseum in Spitz. It gives viewers a look at the collection devoted to historic rowing and raft shipping on the upper Danube, distinct from the ruin and vineyard films. Confirm the museum’s seasonal opening calendar before travelling.
WineryReport’s film focuses on the Tausendeimerberg, one of Spitz’s recognizable vineyard slopes. It offers a visual introduction to the terraces and their position above the Danube, complementing the town’s history of documented winegrowing. It is not a current harvest report or a guide to winery opening times.