Schlierbach ist eine Gemeinde im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg. Sie liegt zwischen dem Filstal und den Ausläufern der Teck, in einer Landschaft, die die Gemeinde als Heimat zwischen Teck und Fils beschreibt. Am 30. September 2026 zählte Schlierbach 3.876 Einwohner auf 10,97 Quadratkilometern. Historischer Ortskern, aktive Betriebe, Streuobstwiesen und Waldwege liegen dicht beieinander. Schlierbach ist kein museal bewahrtes Dorf, sondern eine lebendige Gemeinde, in deren Straßen sich Landwirtschaft, Textilarbeit und modernes Kleinstadtleben überlagern.
Frühe Spuren und erste schriftliche Nennung
Die Ortschronik setzt erste Hinweise auf menschliche Anwesenheit in der Umgebung in die Zeit von 800 bis 450 v. Chr. 16 Grabhügel im Bergwald deutet die Gemeinde als Zeugnisse der Hallstattzeit und beschreibt danach eine weite Abfolge keltischer, römischer und alamannischer Präsenz. Diese archäologischen Spuren belegen eine lange Nutzung des Landschaftsraums, aber kein genaues Gründungsdatum der heutigen Siedlung. Schriftlich wird Schlierbach erst 1275 genannt: Der Ortsname erscheint im liber decimationis, einem mittelalterlichen Steuerverzeichnis. Im 13. Jahrhundert gehörte der Ort den Herzögen von Teck, 1381 wurde er württembergisch und seit 1938 zählt er zum Landkreis Göppingen.
Einige historische Details sind mit Vorsicht zu lesen. Nach Angaben der Gemeinde wurde das Ortsarchiv vermutlich bei Bränden zwischen 1634 und 1638 und erneut 1945 zerstört. Für mehrere Gebäude und Ereignisse sind deshalb nur mittelbare Hinweise erhalten. Ein altes Haus in der Hölzerstraße heißt im Volksmund Klösterle; die Gemeinde betont jedoch, dass es keine gesicherten Belege für eine mittelalterliche Klostergemeinschaft in Schlierbach gibt. Dendrochronologische Untersuchungen datieren das Bauholz auf etwa 1536. Der Name allein beweist kein Kloster.
Vom Flachs und Weben zur Strumpffabrik
Über Jahrhunderte bestimmten Landwirtschaft und Märkte den Jahreslauf. Der Flachsanbau bot vor der Industrialisierung zudem rund 60 örtlichen Webern Arbeit. 1876 gründete August Auwärter eine Strumpffabrik; die Gemeinde bezeichnet sie als erste Strumpfstrickerei Württembergs. Sie schuf Arbeitsplätze vor Ort, vor allem für Frauen. In den 1920er-Jahren beschäftigte Auwärter-Hilt rund 200 Menschen im Hauptbetrieb und in kleinen Zweigwerken und stellte jährlich etwa 30.000 Paar Strümpfe und Socken her. Nach Kriegsschäden lief die Produktion 1945 wieder an. Das Unternehmen schloss 2006, die ehemaligen Fabrikgebäude wurden 2010 abgebrochen. Heute erinnert das Wohngebiet „Alte Strumpffabrik“ an diesen Standort.
Aus dieser Geschichte wurde keine Ein-Branchen-Gemeinde. Das aktuelle Firmenverzeichnis der Gemeinde führt Unternehmen aus Industrie, Handwerk, Transport, Einzelhandel und Dienstleistungen auf; darunter sind Hersteller elektrischer Antriebe und Steuerungen, Gartenmöbel und Landtechnik. Auch der Obstbau prägt Wirtschaft und Landschaft: Schlierbach fördert weiterhin Streuobst und junge Hochstämme. Diese Beispiele beschreiben die Vielfalt, ohne einen einzelnen Bereich als heutigen Hauptarbeitgeber auszugeben.
Ein Ortsrundgang durch Gebäude mit neuer Funktion
Der historische Ortsrundgang zeigt, wie sich diese Gemeinde verändert hat. Mittelpunkt ist die spätgotische evangelische Georgskirche, die von 1495 bis 1501 erbaut wurde. Über einem Turmdurchgang ist innen noch die Jahreszahl 1498 zu sehen; die ältesten Glocken stammen von 1499 und 1508. Der Rundgang führt außerdem zum früheren Pfarrhaus, einer alten Mühle, zum Widumhof und zu Gasthäusern, deren Gebäude das frühere Zusammenspiel von Kirche, Landwirtschaft, Handel und Bewirtung sichtbar machen. Manche Stationen sind verändert oder neu bebaut, weshalb der Rundgang auch als Lektüre des Straßenbildes funktioniert.
Das Klösterle ist eine nützliche Korrektur einer Ortslegende: Sein Bauholz wurde um 1536 geschlagen, doch für ein mittelalterliches Kloster gibt es keine zuverlässigen Belege. Eine andere Umnutzung zeigt der frühere Farrenstall. Das Gebäude wurde 1938 als gemeindeeigener Zuchtbullenstall errichtet und war überflüssig, als sich die Viehhaltung veränderte. Zwischen 1988 und 1990 entstand daraus das Bürgerhaus mit Vereinszimmern, Bürgersaal, Seniorentreff und dem Restaurant Bürgerkeller. Bitte vor einem Besuch die heutigen Öffnungszeiten des Restaurants prüfen.
Auch der Schlierbach ist Teil dieser praktischen Ortsgeschichte. Nach wiederkehrenden Hochwassern wurde der Bach zwischen 1987 und 1994 ökologisch saniert; das Bett wurde erweitert und stabilisiert, Übergänge wurden ergänzt und die Ufer bepflanzt. Heute verbindet ein Spaziergang am Wasser Teile des Zentrums und zeigt, wie die Gemeinde dem Bach Raum gab. Am See finden saisonale Veranstaltungen statt; der Gemeindekalender führte dort 2026 etwa ein Open-Air-Kino auf. Der Schlierbacher Krippenweg ist eine weitere jüngere Initiative: Bei der Ausgabe 2025 waren von Ende November bis Heilige Drei Könige mehr als 75 Krippen zu sehen. Ob und wann die Aktion wiederholt wird, sollte man im Veranstaltungskalender nachlesen.
Streuobstwiesen, Wald und Anreise
Für längere Spaziergänge empfiehlt die Gemeinde den Jubiläumsweg mit Waldlehrpfad. Die vom Landkreis verifizierte Runde ist etwa 7,2 Kilometer lang, dauert bei mäßigem Tempo ungefähr 1 Stunde 45 Minuten und überwindet rund 49 Höhenmeter. Die Schlierbacher Runde führt über Maienwald, Rosswälden, Rossrain und Lindenhof zurück in den Ort. Radfahrer können regionale Wege durch die Streuobstlandschaft der Voralb nutzen, darunter die Obstroute. Untergrund und Wegzustand unterscheiden sich; vor der Tour sollte man Karte und Wetter prüfen.
Schlierbach wird mit dem Bus, nicht mit dem Zug, erreicht. Die VVS-Linie 914 verbindet Göppingen und Kirchheim unter Teck über Schlierbach, Albershausen und Uhingen; die Linie 924 führt in Richtung Ebersbach und Bad Boll. Von dort bestehen Anschlüsse an den Regionalverkehr. In Schlierbach gelten VVS-Fahrkarten; außerdem bietet die Gemeinde ein örtliches Tagesticket an. Tarife und Fahrwege können sich ändern, daher sollte man den aktuellen VVS-Planer für den Reisetag verwenden. Mit dem Auto verbinden örtliche Straßen die Gemeinde mit denselben Nachbarzentren. Für einen Besuch bietet sich die Kombination aus historischem Ortsrundgang, einer Wald- oder Obstwiesenrunde und einer Einkehr im Ort an.
Schlierbach en imágenes: su vida actual, un festejo junto al lago y la feria de 2013
Joga82’s short recording is tied to a specific day: the summer festival and vintage-vehicle gathering at Schlierbach’s lake on 23 June 2024. The local Albverein’s own recap confirms that tractors and classic vehicles were part of the event and that it drew visitors. This is a record of one community gathering, not a promise that the same programme or date returns every year. Check the current events calendar for future lake-side activities.
This Filstalwelle TV spot documents the Gewerbe.Schau in Schlierbach in 2013. It offers a small historical snapshot of how the municipality presented its local business community at that time, complementing the town’s longer shift from agriculture and hosiery production toward a broader mix of firms. It is more than a decade old and should not be used as a current business directory or as evidence that the fair still runs in the same form.