Eine Handelsstadt unter einem Basaltkegel

Homberg (Efze) gruppiert sich um einen historischen Stadtkern mit Fachwerkhäusern, steilen Gassen und Teilen der Stadtbefestigung. Über den Dächern erhebt sich die Hohenburg auf einem Basaltkegel. Am 31. Dezember 2024 lebten in Homberg 14.703 Menschen, wie das Hessische Statistische Landesamt ausweist. Diese Zahl bezieht sich auf die gesamte Stadtgemeinde einschließlich ihrer Stadtteile, nicht nur auf die Altstadt. Als Kreisstadt des Schwalm-Eder-Kreises verbindet Homberg sein gut zu Fuß erschließbares Zentrum mit Verwaltung, Einzelhandel, Bildung, Gesundheitsangeboten und Dienstleistungen für das Umland.

Die Stadtgeschichte setzt die Gründung Hombergs an den Anfang des 13. Jahrhunderts unter den Thüringer Landgrafen. Eine Urkunde von 1231 nennt Eberhard von Homberch als Verwalter; sie ist ein früher schriftlicher Nachweis, aber kein genaues Gründungsdatum. Die Burg sicherte eine Siedlung an der alten Handelsstraße „Durch die langen Hessen“. Später entwickelte sich Homberg zu einer befestigten Stadt und zu einem Zentrum des Woll- und Tuchhandels. Stadtmauer, Tore und enge Gassen erzählen von dieser Verbindung aus Handel und Wehrhaftigkeit. Das Neue Tor ist das einzige erhaltene mittelalterliche Stadttor; rund um den Marktplatz liegen wichtige weltliche und kirchliche Gebäude dicht beieinander.

Ein Wendepunkt für Hessen

Hombergs bekanntestes historisches Ereignis fand im Oktober 1526 in der Stadtkirche St. Marien statt. Bei der Homberger Synode lud Landgraf Philipp der Großmütige Geistliche, Adlige und Vertreter der Städte ein, über die Kirchenreform zu beraten. Die Versammlung trug dazu bei, die Reformation in der Landgrafschaft Hessen einzuführen, und wurde zu einem Wendepunkt der religiösen und institutionellen Geschichte der Region. Die Stadt erinnert daran mit der Kirche, ihrem Reformationsfenster und dem nahegelegenen Haus der Reformation. Dort erläutern Ausstellungen die Debatten, die Druckkunst und den Alltag der Zeit. Es handelt sich um ein gut dokumentiertes geschichtliches Ereignis, nicht um eine Gründungslegende.

Das zweite Wahrzeichen ist die Hohenburg, die mittelalterliche Festung über der Stadt. Ihre Ruinen erinnern an die Belagerung und Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg. Im Burgberg liegt ein rund 150 Meter tiefer, ausgemauerter Basaltbrunnen. Die Stadt beleuchtet ihn und veranschaulicht Besuchern seine Tiefe. Im Hohenburgmuseum im Haus der Geschichte am Marktplatz werden rund 7.000 Objekte zur Burggeschichte gezeigt. Vom Turm reicht der Blick über die Stadt und die vulkanisch geprägten Hügel zwischen Schwalm und Eder.

Gassen, Museen und heutiges Stadtleben

Ein Rundgang kann am Neuen Tor beginnen, am ehemaligen Altstädter Brauhaus vorbeiführen und zur Stadtkirche hinaufgehen. Der dreischiffige Hallenbau entstand ab etwa 1340; im Inneren erinnert das Reformationsfenster an die Synode. Vom Marktplatz aus führen schmale Straßen zu Fachwerkhäusern, zur früheren Kaserne und zur Krone, die die Stadt als ältestes Gasthaus Hessens bezeichnet. Das Haus der Geschichte vereint die Ausstellung zur Reformation mit dem Hohenburgmuseum in unmittelbarer Nähe der Kirche. Dadurch lässt sich die religiöse Geschichte mit der materiellen Kultur der Stadt und der Festung verbinden.

Hombergs Wirtschaftsleben hat sich gewandelt. Woll- und Tuchhandel brachten einst Kaufleute und Handwerker in die Stadt; heute stützt sich die Funktion des Zentrums stärker auf Verwaltung, Handel, Bildung, Gesundheitswesen und Dienstleistungen für die umliegenden Dörfer. Die Altstadt ist bewohnt und versorgt Gäste mit Cafés, Gastronomie, Geschäften und Unterkunft. Die Tourist-Information vermittelt Stadt- und Themenführungen. Museums- und Führungszeiten können sich unterscheiden; aktuelle Hinweise der Stadt sollte man vor der Reise prüfen.

Anreise und Ausflüge in die Region

Im Stadtgebiet gibt es keinen Personenbahnhof. Regionalbusse verbinden Homberg mit Wabern, Melsungen, Treysa und Kassel. Für die Weiterfahrt mit der Bahn ist Wabern der wichtigste Umsteigepunkt: Busse bringen Fahrgäste dorthin, wo Regionalzüge unter anderem Richtung Kassel, Frankfurt und Bad Wildungen fahren. Auch Orte wie Melsungen und Schwalmstadt sind über das NVV-Netz erreichbar. Baustellen und Fahrplanänderungen können Anschlüsse beeinflussen. Deshalb sollte man die Verbindung für den konkreten Reisetag im NVV-Fahrplan prüfen und für den Umstieg genügend Zeit einplanen.

Homberg lohnt sich für alle, die Reformationsgeschichte, mittelalterliches Stadtbild und nordhessische Landschaft verbinden möchten. Altstadt und Hohenburg lassen sich zu Fuß erkunden; für die Knüllhöhen und die umliegenden Ortsteile sind ein Auto oder eine sorgfältig geplante Busfahrt hilfreich. Ein erster Besuch kann Marktplatz, St. Marien, Haus der Geschichte und Burgberg zu einer Route verbinden. Für Aussicht und Brunnen sollte man zusätzliche Zeit vorsehen. Öffnungszeiten, Führungen und Fahrpläne sind vor der Abreise zu prüfen.

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